Auf die Periode verzichten: Frauen, die unter Regelschmerzen oder extrem langen und starken Blutungen leiden, entscheiden sich immer öfter dafür, die monatliche Periode zu unterbinden. Eine Möglichkeit, die Blutungen dauerhaft zu stoppen, ist die Einnahme einer östrogenhaltigen Pille. Wird diese ohne die übliche siebentägige Unterbrechung geschluckt, bleibt die Monatsblutung aus. Denn durch die pausenlose Einnahme kann es nicht zu einem Abfall des Hormonspiegels und somit auch nicht zum Einsetzen der Periode kommen. Diese Methode gilt indessen als unbedenklich: Sind doch die monatlichen Blutungen unter Anwendung der Pille ohnehin keine natürlichen Menstruationsblutungen, sondern „künstlich“ herbeigeführte Entzugsblutungen. Sie sagen also nichts darüber aus, ob der Zyklus „normal“ verläuft. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung einer Hormonspirale. Diese wird in die Gebärmutter eingesetzt, wo sie täglich geringe Mengen eines Gelbkörperhormons absondert. Dadurch wird die Monatsblutung nach und nach kürzer und schwächer, auch wenn es in den ersten Monaten nach dem Einsetzen zu Schmierblutungen kommen kann. Bei vielen Frauen bleibt die Periode nach einiger Zeit sogar ganz aus.
Monatshygiene im Wandel der Zeit: Im abendländischen Raum gab es im 19. Jahrhundert strenge hygienische Vorschriften, die die Frauen während ihrer Periode zu beachten hatten. So wurden die Frauen beispielsweise verpflichtet, sich viermal täglich zu waschen. Dabei kannte man vor allem in den Städten bereits Menstruationsbinden; den Frauen auf dem Land standen dagegen keine hygienischen Auffangmethoden zur Verfügung. An gesellschaftlichen Veranstaltungen durften die Frauen während ihrer Periode nicht teilnehmen. Anfang des 20. Jahrhunderts erwachte schließlich das medizinische Interesse am weiblichen Zyklus, wodurch zahlreiche Formen und Arten von Binden entwickelt wurden, unter anderem kam die erste Wegwerfbinde auf den Markt. Auch im Dritten Reich galten die Monatsblutungen noch als unrein. So wurden die Frauen auch zu dieser Zeit verpflichtet, sich mehrmals täglich zu waschen, Scheidenspülungen vorzunehmen und spezielle „Menstruationsunterwäsche“ zu tragen. Der erste Tampon wurde schließlich Anfang der 50er-Jahre entwickelt – in den USA, wo man dem weiblichen Zyklus weitaus offener gegenüber stand. In Deutschland wurde diese neue Hygienemethode erst in den Siebzigern im Zuge der fortschreitenden sexuellen Aufklärung populär. Heute ist der Tampon aus der Monatshygiene nicht mehr wegzudenken: Rund 80 Prozent aller Frauen wenden diese unauffällige Art der Menstruationshygiene an. Dabei wird der Tampon in die Scheide eingeführt, wo er nicht spürbar sitzt. Um den individuellen Ansprüchen jeder Frau gerecht zu werden, haben die Hersteller mittlerweile Tampons in unterschiedlichsten Größen im Sortiment. Die Alternative zum Tampon: Damenbinden, die mittels Klebestreifen rutschfest im Slip befestigt werden. Gerade junge Mädchen tun sich damit anfangs leichter als mit Tampons. Auch diese Variante der Monatshygiene gibt es mittlerweile in unzähligen Ausführungen.
Malteser: Natürliche Familienplanung
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